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Histrionische Persönlichkeitsstörung (F60.4)

Die histrionische Persönlichkeitsstörung ist im ICD-10 unter der Nummer F60.4 klassifiziert. Sie gehört zu den spezifischen Persönlichkeitsstörungen und ist durch dramatisches, theatralisches Verhalten und einen übertriebenen Ausdruck von Gefühlen gekennzeichnet.

Die allgemeinen Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung müssen erfüllt sein und mindestens vier der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen müssen vorliegen:

Dramatisierung bezüglich der eigenen Person, theatralisches Verhalten, übertriebener Ausdruck von Gefühlen.

Suggestibilität, leichte Beeinflussbarkeit durch andere Personen oder Umstände.

Oberflächliche und labile Affektivität.

Andauerndes Verlangen nach Aufregung und Aktivitäten, bei denen die betreffende Person im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht.

Unangemessen verführerisch in Erscheinung und Verhalten.

Übermässiges Interesse an körperlicher Attraktivität.

Folgende Eigenschaften können zusätzlich vorhanden sein:

  • Egozentrik und Selbstbezogenheit
  • Anhaltendes Verlangen nach Anerkennung
  • Erhöhte Kränkbarkeit
  • Manipulatives Verhalten zur Befriedigung eigener Bedürfnisse

Die histrionische Persönlichkeitsstörung wurde früher auch bezeichnet als:

  • Hysterische Persönlichkeitsstörung
  • Infantile Persönlichkeitsstörung

Die histrionische Persönlichkeitsstörung tritt bei etwa 2-3% der Bevölkerung auf.

Die histrionische Persönlichkeitsstörung weist Überschneidungen mit anderen Persönlichkeitsstörungen des Clusters B auf:

StörungGemeinsamkeitenUnterschiede
Narzisstische PSAufmerksamkeitssuche, EgozentrikBei HPS stärker auf emotionale Reaktionen ausgerichtet
Borderline-PSEmotionale InstabilitätBei HPS weniger Selbstverletzung und Identitätsstörung
Antisoziale PSManipulatives VerhaltenBei HPS weniger aggressive Tendenzen