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Missbrauch – Formen, Folgen und Auswirkungen

Bei Missbrauch denken wir in erster Linie an den sexuellen Missbrauch. Doch Missbrauch von Menschen findet in verschiedenen Formen statt.

Missbrauch definiert sich zunächst über das Ausnutzen einer besonderen Beziehung, bei dem für den Täter zum Nachteil des Opfers ein Vorteil (sexuell, materiell, Macht, etc.) entsteht.

Missbrauch wird immer von einer Person ausgeführt, die dem Opfer überlegen ist.

Der Täter nutzt sehr oft:

  • Das Vertrauen
  • Die Unwissenheit
  • Die Abhängigkeit
  • Die Angst des Opfers

Am stärksten gefährdet sind Kinder, da sie noch nicht die Persönlichkeitsstärke besitzen, sich zu wehren.


Der seelische Missbrauch beginnt oft schon im Kleinstkindalter, direkt nach der Geburt:

  • Das Kind ist “ungewollt” oder wird als störend empfunden
  • Alleine lassen
  • Liebesentzug
  • Gleichgültigkeit
  • Nicht auf die Bedürfnisse des Kindes eingehen
  • Abwertendes Verhalten
  • Erniedrigung
  • Einsperren (Stubenarrest)
  • Verspottung
  • Lächerlichmachen vor anderen Personen
  • Das Selbstwertgefühl zerstören
  • Erzwungenes Essverhalten

Hier liegt die Ursache, warum Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung sich später immer wieder in zerstörerische Beziehungen oder Beziehungen, in denen sie seelisch missbraucht werden, begeben.

Sexueller Missbrauch umfasst viele Ebenen. Ein sexueller Missbrauch, gerade im Kindesalter, löst ein Trauma aus.

Dazu gehören unter anderem:

  • Zungenküsse
  • Berührungen der Genitalbereiche
  • Einführung von Gegenständen
  • Oraler, vaginaler, analer Geschlechtsverkehr
  • Penismissbrauch
  • Zwang zur Teilnahme an Pornographie
  • Verleitung zu sexuellen Handlungen
  • Ritueller Missbrauch
  • Vergewaltigung

Körperlicher Missbrauch beinhaltet:

  • Schlagen mit Gegenständen
  • Prügeln
  • Fusstritte
  • Fausthiebe
  • Ohrfeigen
  • Körperliche Kraftanwendung
  • Festhalten, Fesseln
  • Würgen
  • Verbrühungen
  • Andere körperliche Verletzungen jeglicher Art
  • Entzug der Grundbedürfnisse (Schlaf, Nahrung)

Seelischer, sexueller oder körperlicher Missbrauch kann zu einer Vielzahl verschiedener kurz- und langfristiger Folgeschäden führen.

  • Schlafstörungen, Albträume
  • Konzentrationsstörungen
  • Sprachstörungen
  • Unterleibsprobleme, Periodenprobleme
  • Hauterkrankungen (Neurodermitis)
  • Allergien
  • Gestörtes Körpergefühl
  • Angst- und Panikattacken
  • Sexuelle Dysfunktionen

Auf die Frage, warum gerade Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung immer wieder – und im erhöhten Masse – Vergewaltigungen zum Opfer fallen:

Die in der Kindheit erlebten Strukturen und die daraus resultierende Selbstwahrnehmung (“ich bin es nicht wert”, “ich bin schuld”) führen dazu, dass Betroffene:

  • Sich in gefährliche Situationen begeben
  • Warnsignale nicht wahrnehmen
  • Sich nicht angemessen schützen können
  • Die Schuld bei sich selbst suchen

Wenn Sie selbst von Missbrauch betroffen sind oder waren:

  • Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 (kostenlos, 24/7)
  • Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530
  • Weisser Ring: Opferhilfe bei Gewalt
  • Suchen Sie sich therapeutische Unterstützung