Schoen Klinik Bad Bramstedt
Die Medizinisch-Psychosomatische Klinik Bad Bramstedt gehört zu den Schoen Kliniken und bietet ein spezialisiertes Behandlungsprogramm für Persönlichkeitsstörungen.
Behandlungskonzept
Abschnitt betitelt „Behandlungskonzept“Persönlichkeitsstörungen sind kombinierte Interaktions- und Selbstregulationsstörungen, die spätestens im Jugendalter/Pubertät beginnen. Die auftretenden Verhaltensweisen stellen zumindest zu diesem Zeitpunkt eine Art Schutz- oder Überlebensstrategie dar und sollen sich wiederholende schmerzhafte Enttäuschungs- und Überforderungserlebnisse verhindern. Als solche “eigentlich richtigen” Verhaltensweisen wurden sie in den Jahren zuvor als Lern- und Anpassungsprozess an schwierige und nicht selten traumatische Lebensbedingungen erworben.
Das für eine Therapie entscheidende Problem sind aber die so nicht gelernten, mangelnden Bewältigungsmöglichkeiten für viele Alltagssituationen und dem daraus resultierenden Stress.
Im Rahmen üblicher und spezifischer verhaltensmedizinischer Behandlungsverfahren werden Verbesserungen angestrebt:
- der situativen Achtsamkeit
- der Stresstoleranz
- der Gefühlsregulation
- der Beziehungssteuerungsfähigkeit
- der sozialen und assertiven Kompetenz
- der Problemlösefertigkeiten
- der Angstbewältigung
- der Regulierung des Essverhaltens
- dem Aufbau positiver Aktivitäten
- der Korrektur wenig realitätsgerechter Grundüberzeugungen
Zielprobleme der Behandlung
Abschnitt betitelt „Zielprobleme der Behandlung“- Niedrige Frustrationstoleranz, erhöhte zwischenmenschliche Kränkbarkeit
- Mangelndes Selbstbehauptungs- und Durchsetzungsvermögen
- Mangelnde Problem- und Konfliktlösefähigkeit
- Unzureichend differenzierte Fähigkeit zur Spannungsregulation
- Situationsinadäquate Selbstwahrnehmung, instabiles Identitätserleben
- Mangelnde oder instabile Emotionsregulation, mangelhafte Impulskontrollfähigkeit
- Dissoziative Phänomene, v.a. Entfremdungserleben (“Flucht nach innen”)
- Stark erhöhtes, andere belastendes Bedürfnis nach Zuwendung und Anerkennung
- Unzureichend kontrollierbares selbst- und fremdverletzendes Verhalten
- Selbstschädigender Substanzmittelmissbrauch
Therapiestrategien
Abschnitt betitelt „Therapiestrategien“Im Zentrum des kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlungskonzepts stehen:
- Fertigkeitentraining
- Verhaltensaufbau- und Problemlösetraining
- Expositionsübungen
- Spezifische kognitive Verfahren
Die Methoden basieren auf:
- Der dialektisch-behavioralen Therapie (DBT) nach Linehan
- Den interaktionellen Strategien nach Grawe
- Den kognitiven Methoden nach Beck
Medikamentöse Therapien sind oft hilfreiche und deshalb notwendige Ergänzungen.
Therapierahmen
Abschnitt betitelt „Therapierahmen“Individuelle Therapiepläne und längerfristig gedachte Therapie- und Zielvereinbarungen, auch mit Verträgen und klar abgesprochenen Konsequenzen sorgen für einen festen Therapierahmen. Die Therapeuten akzeptieren jeden Patienten in seinen “Selbstschutz”-Strategien, stellen eine sehr hohe Transparenz des therapeutischen Vorgehens bzgl. aller Veränderungsschritte sicher und sind hinterfragbar.
Sehr bewährt hat sich der offene Umgang mit und die ausführliche Erarbeitung der Diagnose “Persönlichkeitsstörung” und eines individuellen Störungsverständnisses - eingebettet in das durch die homogene Belegung stark akzeptierende Stationsklima erleben die meisten Patienten diesen gegenseitigen Prozess klärend, erleichternd und motivierend.
Therapieangebote
Abschnitt betitelt „Therapieangebote“- Einzeltherapie
- Co-Therapie
- Interaktionelle Gruppenverhaltenstherapie und Fertigkeitentraining
- Stresstoleranzgruppe
- Gestaltungstherapie
- Bewegungstherapie
- Sporttherapie
- Entspannungstherapie
- Expositionsübungen
- Soziotherapie
- Verhaltenserprobung im häuslichen Umfeld
- Angehörigenarbeit
Rahmenbedingungen und Station
Abschnitt betitelt „Rahmenbedingungen und Station“Der Schwerpunktbereich Persönlichkeitsstörungen besteht aus 3 Stationen mit insgesamt 74 Betten, davon 48 Einzelzimmer. Alle Betten sind mit Menschen dieser Diagnosegruppe belegt, was einerseits ein sehr spezifisches und konzentriertes Arbeiten an den zentralen Problemen erlaubt, andererseits auf den Stationen ein sehr solidarisches Klima schafft.
Behandlungsteam
Abschnitt betitelt „Behandlungsteam“Zum Behandlungsteam für eine Station gehören:
- 2-3 psychologische Psychotherapeutinnen
- 1-2 Ärztinnen
- 1-2 Cotherapeutinnen
- 1 Bewegungstherapeutin
- 1 Kunsttherapeutin
- Der Oberarzt
Therapiezeit: 8:30 bis 17:00 Uhr
Psychiatrische Pflege erfolgt im Regelfall nicht. Die Betreuung ausserhalb der Therapiezeit findet - ausserhalb der Station - in der medizinischen Zentrale durch ärztlichen, psychologischen und pflegerischen Bereitschaftsdienst statt.
Behandlungsdauer
Abschnitt betitelt „Behandlungsdauer“Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 12 Wochen bei einem Minimum von 6 Wochen und immer mit der Möglichkeit einer Wiederaufnahme, da das Konzept fraktioniert gedacht ist.
Voraussetzungen
Abschnitt betitelt „Voraussetzungen“Vor der Aufnahme erfolgt ein Vorgespräch mit dem oberärztlichen Teamleiter. Dieses wird vereinbart nach Einreichen der Anmeldeunterlagen (v.a. persönlicher und ärztlicher Bericht).
Kostenübernahmemöglichkeit für die stationäre Behandlung besteht für alle Versicherungsträger, zumeist erfolgt eine Krankenhauseinweisung nach §39. Da es sich um ein sehr spezifisches Behandlungsangebot handelt, ist auch eine überregionale Aufnahme möglich.
Kontakt
Abschnitt betitelt „Kontakt“Schoen Klinik Bad Bramstedt Birkenweg 10 24576 Bad Bramstedt
Telefon: 04192/504-500 Telefax: 04192/504-550
Website: www.schoen-kliniken.de
Schwerpunkte
Abschnitt betitelt „Schwerpunkte“- Borderline-Persönlichkeitsstörung (DBT-Programm)
- Depression
- Angststörungen
- Essstörungen
- Trauma/PTBS