Spaltung
Das primaere Abwehrmittel - die Welt wird in nur gut oder nur boese eingeteilt, ohne Graustufen.
Stellen Sie sich bitte das “ICH” als komplexe zusammenhaengende Einheit vor - die Persönlichkeit. Dieses ICH entwickelt sich im Laufe der Jahre langsam und dazu muss es natuerlich eine Chance haben. Gegeben wird dies durch Mutter, Vater, Bezugspersonen und soziales Umfeld.
Bekommt das ICH nicht die Chance, sich zu entwickeln, können nur Fragmente (Bruchstuecke) entstehen, die wiederum nicht zusammenhaengen und keine komplexe Einheit bilden.
Stellen Sie sich (bei einem gesunden Menschen) bildhaft eine komplette, ganze Wasserwaage vor, die auch in der Waage ist:
Das Selbst beinhaltet:
Dieser Komplex Selbst wird abgeglichen mit einer Säule des UEBER-ICH: dem Ideal-ICH und Ideal-Selbst. Die Differenz nennt man ICH-Diskrepanz.
Das ES beinhaltet die Triebe und Antriebe des Menschen. Dies sind gewaltige Energien, die uns eigentlich das tun lassen, was wir tun (wollen) oder auch sollten.
Das UEBER-ICH besteht aus drei Säulen:
Innerhalb des UEBER-ICH findet zwischen Ideal-Selbst (Säule III) und ICH-Ideal / Ideal-Objekte (Säule II) ein ständiger Abgleich statt.
Nun ist es so, dass Impulse von unten gegen das ICH krachen (z.B. “ich will…”). Das ICH wäre dem schutzlos ausgeliefert, gaebe es da nicht das UEBER-ICH, welches eine unbedingte Erfuellung vom ICH fordert.
Die Natur, die Psyche, hat hier Schutzmechanismen (Abwehrmechanismen des ICH) eingebaut. Wenn Sie diese nicht haetten, würde es Sie zerfetzen, denn beide Waggons krachen ungebremst auf Sie.
Bei der Borderline-Störung:
Der Mensch entwickelt im Laufe der Zeit Abwehrmechanismen. Diese schützen das ICH. Sie sitzen zwischen ES von unten und UEBER-ICH von oben als Pufferzone. Gäbe es diese nicht, würde das ICH regelrecht zerfetzt durch die auftreffenden Energien.
Spaltung
Das primaere Abwehrmittel - die Welt wird in nur gut oder nur boese eingeteilt, ohne Graustufen.
Projektion
Eigene unannehmbare Anteile werden auf andere projiziert - der andere ist dann “boese”.
Dissoziation
Wenn die Energien zu stark werden: Abspaltung vom Erleben (“Das bin nicht ich”).
Regression
Rueckfall auf fruehere Entwicklungsstufen mit primitiven Reaktionen.
| Symbol | Bedeutung |
|---|---|
| A1-3 | Abwehrmechanismen des ICH |
| B1 | Kraft/Energie aus Säule I und II des UEBER-ICH auf ICH |
| B2 | Kraft/Energie aus Säule II des UEBER-ICH auf ICH |
| B3 | Kraft/Energie aus Säule III des UEBER-ICH auf ICH |
| C | Abwehrenergien die das ICH für die Abwehrmechanismen heranzieht (ICH-Triebe) |
| A+C | Abwehrhandlung |
| D | Starre Verbindung mit Inversivgelenk (G) zum Selbst |
| E1-4 | ES-Impulse, Triebenergien |
| G | Inversivgelenk (Inversiv = Umkehr) |
| Symbol | Bedeutung |
|---|---|
| SB | Selbstbeobachtung, Introspektion |
| S | Vergleich soziales Selbst mit Selbst und umgekehrt |
| SE | Selbsterkenntnis |
| SF | Übergang Fremdbild in das soziale Selbst |
| SS | Einfluss soziales Selbst auf das Selbstwertgefühl |
| IS | ICH-Diskrepanz, Selbstverwirklichung, narzisstisches Gleichgewicht |
| VI | Vergleich Ideal-ICH / Ideal-Selbst versus ICH-Ideal / Ideal-Objekte |
| Symbol | Bedeutung |
|---|---|
| VI | Vergleich Ideal-ICH / Ideal-Selbst versus ICH-Ideal / Ideal-Objekte |
| U | Urprägungen, Urbeeinflussungen durch das Elternimago |
| B1 | Gesamtkraft aus Säule I und II auf ICH-Fragmente |
| B2 | Gesamtkraft aus Säule II auf ICH-Fragmente |
| B3 | Gesamtkraft aus Säule III auf ICH-Fragmente |
In der Idealisierung
Aufgeblähtes Selbstbild - mit dem anderen verschmolzen, das Selbst scheint “hoch”
In der Abwertung
Vernichtendes Selbstbild - das Selbst ist “im Keller”, wertlos, zerstoert
Die ICH-Diskrepanz schwankt massiv zwischen diesen Extremen - es gibt keine stabilen Graustufen, keine nuancierte Selbstwahrnehmung.