Auswirkung auf das Selbst
Das Selbstwertgefühl steigt - der Partner fühlt sich besonders, wertvoll, einzigartig.
Eine Beziehung mit einem Menschen, der an einer Borderline-Störung leidet, kann tiefgreifende Spuren in der psychischen Struktur des Partners hinterlassen - selbst wenn dieser vorher völlig gesund war.
Zu Beginn der Beziehung war das ICH des Partners:
In der Idealisierungsphase des Borderliners wird der Partner auf ein Podest gestellt:
Auswirkung auf das Selbst
Das Selbstwertgefühl steigt - der Partner fühlt sich besonders, wertvoll, einzigartig.
Die Gefahr
Der Partner beginnt, sein Selbstwertgefühl von der Bewertung durch den Borderliner abhängig zu machen.
Wenn die Abwertung einsetzt:
Das ständige Wechseln zwischen Idealisierung und Abwertung:
Nach einer längeren Borderline-Beziehung kann das ICH des Partners:
Aus der Waage geraten
Die stabile Balance ist verloren gegangen.
Abwehr gestört
Die Abwehrmechanismen funktionieren nicht mehr richtig (A+C = funktionsunfähig).
Selbst abgerutscht
Über die inversive Verbindung (D) ist das Selbst “nach unten” gerutscht.
ICH-Diskrepanz vergrössert
Der Abstand zwischen Ideal-Selbst und realem Selbst ist gewachsen.
| Symbol | Zustand nach Borderline-Beziehung |
|---|---|
| A | Abwehrmechanismen - gestört/überfordert |
| A+C | Abwehrhandlung - funktionsunfähig |
| SB | Selbstbeobachtung - verzerrt (“Ist es wirklich so schlimm?”) |
| SE | Selbsterkenntnis - verunsichert (“Wer bin ich eigentlich?”) |
| SF | Übergang Fremdbild - übermächtig (Das Urteil des Borderliners prägt) |
| SR | Selbstregularien - gestört |
| SS | Einfluss soziales Selbst - negativ dominant |
| IS | ICH-Diskrepanz - vergrössert |
Depression
Durch das abgerutschte Selbst und die vergrösserte ICH-Diskrepanz
Angststörungen
Durch die Verunsicherung und das Gefühl der Hilflosigkeit
PTBS-ähnliche Symptome
Flashbacks, Vermeidung, Überregung
Bindungsprobleme
Angst vor neuen Beziehungen, Misstrauen
Nach einer Borderline-Beziehung zeigen sich oft:
Phantasie
Tagträume von Versöhnung, vom “gesunden” Partner - eine Flucht aus der Realität
Verleugnung
“So schlimm war es nicht” - Schutz vor der schmerzhaften Wahrheit
Ungeschehen machen
Sühneverlangen, Schuldgefühle (“Hätte ich nur…”)
Emotionale Isolierung
Rückzug in Passivität als Schutz vor weiterer Verletzung
| Symbol | Bedeutung |
|---|---|
| A | Abwehrmechanismen des ICH |
| B1 | Kräfte aus Säule I und II des ÜBER-ICH |
| B2 | Kräfte aus Säule III des ÜBER-ICH |
| C | Abwehrenergien - erschöpft |
| A+C | Abwehrhandlung - funktionsunfähig |
| D | Starre Verbindung zum Selbst |
| E1, E2 | ES-Impulse |
| G | Inversivgelenk |
| SB | Selbstbeobachtung - verzerrt |
| S | Vergleich soziales Selbst mit Selbst |
| SE | Selbsterkenntnis |
| SF | Übergang Fremdbild - übermächtig |
| SR | Selbstregularien |
| SS | Einfluss soziales Selbst auf Selbstwertgefühl |
| IS | ICH-Diskrepanz - vergrössert |
| VI | Vergleich Ideal-ICH / Ideal-Selbst versus ICH-Ideal |
Auch wenn professionelle Hilfe empfohlen wird, gibt es erste Schritte:
Kontaktabbruch
Raum für Erholung schaffen - ohne ständige Destabilisierung
Selbstfürsorge
Grundbedürfnisse beachten (Schlaf, Ernährung, Bewegung)
Soziale Kontakte
Vertrauenspersonen einbeziehen, Isolation vermeiden
Information
Verstehen, was passiert ist - dieses Modell ist ein Anfang