Glossar - Begriffsdefinitionen
Begriffsdefinitionen
Abschnitt betitelt „Begriffsdefinitionen“Dieses Glossar erklärt wichtige Fachbegriffe, wie sie in den Seiten verwendet werden.
Psychologische Grundbegriffe
Abschnitt betitelt „Psychologische Grundbegriffe“Ist nicht zielgerichtet - eine Gefühlslage mit überschäumenden Gefühlen und starker emotionaler Erregung. Nicht kontrollierbar im Moment, ausserhalb seiner selbst - obwohl wahrnehmend. In der Psychologie werden Affekte auch als Stimmungslage oder Gefühle bezeichnet.
Aggression
Abschnitt betitelt „Aggression“Aus dem lateinischen aggredi = angreifen. Bezeichnet Verhaltensweisen, die mit der Absicht ausgeführt werden, ein Individuum direkt oder indirekt zu schädigen.
Die Aggression tritt als Reaktion auf eine wirkliche oder scheinbar drohende Minderung der eigenen Macht in Erscheinung. Sie richtet sich primär gegen andere Personen oder Gegenstände, kann sich aber sekundär gegen die eigene Person zurückwenden (Selbsthass, Selbstschädigung, Selbstmord, Masochismus).
Ursprungstheorien der Aggression:
- Trieb- oder Instinkttheorie (Freud, Lorenz)
- Frustrations-Aggressions-Hypothese (Dollard & Miller)
- Aggressions-Theorie des sozialen Lernens (Bandura & Walters)
Ein tiefer Zusammenhang besteht zwischen bestimmten Persönlichkeitsstörungen und Aggression, gerade bei der Borderline-Störung, bei der Betroffene ihre Aggression keineswegs als solche sehen oder wahrnehmen.
Altruismus
Abschnitt betitelt „Altruismus“Uneigennützige, selbstlose, dem Egoismus (nicht zu verwechseln mit Egozentrik) entgegengesetzte Lebensweise. In der Liebe: absolute Abtretung aller eigenen Bedürfnisse an den anderen.
Ambivalenz
Abschnitt betitelt „Ambivalenz“Aus dem lateinischen Ambi = Gegensatz und Valenz = Wertigkeit. Zwei widersprüchliche Aussagen mit der gleichen Wertigkeit (“Ich liebe dich / ich hasse dich”), oder das Wort sagt “ich liebe dich”, die Körpersprache zeigt Ablehnung.
Unterformen:
- Ambivalentes Verhalten (Pendeln): Intentionsbewegungen zweier Tendenzen, die zu einer einzigen Verhaltensweise werden
- Affektive Ambivalenz: Gleichzeitiges Bestehen zweier entgegengesetzter Gefühle (z.B. bei der Borderline-Störung: sexueller Trieb versus Scham und Ekel)
- Ambivalenzkonflikt: Konfliktsituationen bei Annäherung an ein bestimmtes Objekt
Zunächst ein natürlicher Schutzmechanismus jedes Lebewesens. Beim Menschen ein Zustand aus einem Gemisch von Gefühlen, die nicht mehr einzuordnen sind. Das Wissen um die Unwissenheit und deren Folgen.
Angst kann sich nur bis zu einem gewissen Punkt steigern, danach kippt sie wieder - der Körper kann diesen Zustand nicht permanent aufrechterhalten. Angst können Sie nur auflösen, indem Sie sich der Situation stellen. Laufen Sie weg, breitet sich Angst räumlich und zeitlich proportional aus.
80% aller Ängste werden nicht eintreten - es sei denn, Sie machen eine selbsterfüllende Prophezeiung daraus.
Assoziation
Abschnitt betitelt „Assoziation“Aus dem lateinischen socius = Verbündeter. Eine Verknüpfung seelischer Inhalte, die sich darin zeigt, dass das Auftreten des einen das Bewusstwerden des anderen nach sich zieht oder begünstigt. Bezeichnet das Verbinden von Vorgängen bzw. Inhalten (z.B. Vorstellung mit Gefühlen).
Bedürfnisse
Abschnitt betitelt „Bedürfnisse“Psychischer oder physischer Mangelzustand, den der Mensch zu beseitigen versucht.
Behaviorismus
Abschnitt betitelt „Behaviorismus“Von 1913 bis etwa 1970 eine der Hauptrichtungen in der Psychologie. Der Behaviorismus vertrat die Meinung, die Psychologie dürfe sich nur mit dem von aussen beobachtbaren Verhalten beschäftigen. Der Mensch ist hier eine biologische Maschine, ein reiner Reiz-Reaktions-Mechanismus - das Innerliche ist eine “Black Box”.
Empathie
Abschnitt betitelt „Empathie“Abgeleitet von Pathos (griechisch: das Leid) - Mitleiden, Mitfühlen. Die Bereitschaft, die Dinge mit den Augen des anderen zu betrachten und sich in ihn hineinzufühlen.
Empathie ist erlernbar. Grundlage ist die Mutter in den ersten 4-5 Lebensjahren. Je feinfühliger die Mütter sind, desto mehr ist das Kind in der Lage, Mitgefühl und Empathie zu entwickeln.
Emotionen
Abschnitt betitelt „Emotionen“Befindlichkeiten, Ich-Zustände, die als Erregung, Spannung oder Beruhigung wahrgenommen werden. Sind untrennbar mit körperlichen Veränderungen verbunden (Atmung, Zittern, Schweissausbrüche, Magen-Darmtätigkeit etc.).
Bewertung einer Situation - die Verrechnung aller unbewussten Informationen und die daraus resultierende Bewertung im Unbewussten, welche rational erklärt wird.
Immer zielgerichtet (gegen Objekt = Person), entstehend aus Gedanken oder Situationen. Unterliegt normalerweise der wissentlichen Beeinflussung des Neocortex.
Bei einem Borderliner oder ADS-Störung liegt eine Impulskontrollstörung vor - sie müssen dem Impuls nachgeben, da ansonsten eine unerträgliche innerliche Spannung entsteht.
Der Begriff Imago kommt vom lateinischen Wort imago, was „Bild” oder „Urbild” bedeutet. In der Psychologie beschreibt „Imago” das innere Bild, das ein Mensch unbewusst von wichtigen Bezugspersonen (z. B. Eltern oder Partnern) und Beziehungen in sich trägt.
Diese inneren Bilder umfassen mehr als blosse Erinnerungen:
- Sie enthalten Gefühle (z. B. Sicherheit, Angst oder Scham).
- Sie beinhalten Erwartungen („Wie verhalten sich andere Menschen mir gegenüber?”).
- Sie beeinflussen unbewusst unser Verhalten in Beziehungen.
Imago steht in engem Zusammenhang mit Projektion (eigene Gefühle werden auf andere übertragen), Spaltung (Schwarz-Weiss-Denken) und dem Elternimago (das innere Bild der Eltern).
Mehr dazu: Imago – die innere Landkarte
Intimität
Abschnitt betitelt „Intimität“Die Fähigkeit zu einer festen Bindung an eine andere Person - sexuell, emotional und moralisch. Braucht vier Voraussetzungen:
- Offenheit
- Mut
- Moralische Stärke
- Die Fähigkeit, bei eigenen Vorlieben Kompromisse einzugehen
Kognition
Abschnitt betitelt „Kognition“Sammelname für alle Vorgänge, die mit dem Gewahrwerden und Erkennen zusammenhängen: Wahrnehmung, Erinnerungen, Vorstellungen, Begriffe, Gedanke, Vermutung, Erwartung, Plan und Problemlösen.
Komorbidität
Abschnitt betitelt „Komorbidität“Wenn Symptome von mindestens zwei verschiedenen Störungsbildern gemeinsam auftauchen und Annahmen darüber bestehen, warum diese Störungen gemeinsam auftreten (gemeinsame Ursachen, Verkettung, Folge von…).
Konditionierung
Abschnitt betitelt „Konditionierung“Eine geprägte Bezeichnung für das Ausbilden von bedingten Reflexen durch Lernen (nach der Methode von Pawlow).
Trigger
Abschnitt betitelt „Trigger“Auslöser - eine Situation, ein Bild, eine Musik, die nichtverarbeitete Zustände aus dem Unterbewussten in das Bewusstsein rücken lassen und einen Gefühlszustand zur Folge haben.
Verdrängung
Abschnitt betitelt „Verdrängung“Höher entwickelter Schutzmechanismus (Abwehrmechanismus des ICH) der Psyche. Beinhaltet das teilweise Zulassen und Verarbeiten des Geschehenen = Repression.
Zu unterscheiden von der Unterdrückung (Suppression): Wenn Sie bewusst versuchen, ein Erlebnis aus Ihren Gedanken zu verbannen.
Verschiebung
Abschnitt betitelt „Verschiebung“Die Verlagerung der Quelle der Befriedigung von dem ursprünglichen Objekt auf ein weniger gefährliches, angstauslösendes Objekt. Die beinhaltende Aggression wird nicht auf das ursprüngliche Objekt, sondern auf ein schwächeres übertragen.
Beispiel: Mutter schimpft immer mit Kind, weil es sich schmutzig macht. Kind schimpft mit Puppe: “Du sollst dich doch nicht immer schmutzig machen.”
Ein Gefühl, verbunden mit Hilflosigkeit, Machtlosigkeit und Kontrollverlust der Situation.
Nervensystem
Abschnitt betitelt „Nervensystem“Sympathikus
Abschnitt betitelt „Sympathikus“Bündel von Nervenfasern, Teil des vegetativen (autonomen) Nervensystems, welches die inneren Organe des Menschen versorgt und anregenden, erregenden Einfluss hat.
Parasympathikus
Abschnitt betitelt „Parasympathikus“Bündel von Nervenfasern, Teil des vegetativen (autonomen) Nervensystems, welches die inneren Organe des Menschen versorgt und beruhigenden Einfluss hat.
Psychose
Abschnitt betitelt „Psychose“Störung des Denkens und Fühlens. Wird in drei Formenkreise unterteilt:
Affektstörung
Abschnitt betitelt „Affektstörung“Gekennzeichnet durch übertriebene Gefühlszustände und Schwankungen zwischen Extremen. Die drei bekanntesten sind: manisch, depressiv und manisch-depressiv.
Schizophrenie
Abschnitt betitelt „Schizophrenie“Schwere psychische Störung mit Wahnvorstellungen, Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen, Denk- und Sprachstörungen, unpassende Gefühlsäusserungen.
Paranoide Zustände
Abschnitt betitelt „Paranoide Zustände“Übertrieben empfindlich gegenüber Zurückweisung, übertrieben nachtragend und misstrauisch. Freundliche oder neutrale Handlungen anderer werden als feindlich eingestuft, unberechtigte Verdächtigungen (besonders gegenüber Sexualpartner).
Krankheitsbegriff
Abschnitt betitelt „Krankheitsbegriff“Krank nach medizinischer Definition: “Wer sich schädigt, geschädigt wurde oder andere schädigt.”