Gedichte - Teil 2
Ja, schlag mich
Abschnitt betitelt „Ja, schlag mich“Ja, schlag mich Schrei mir ins Gesicht dass du mich nicht liebst. Du stehst vor mir, bildschön, Deine Haare fallen über die Schultern. “Danke für den guten Fick, du kannst jetzt gehen” sagst du und deine Augen sind kalt.
Was ist passiert? Ein Streit? Nein es ist Normalität. Jedes Mal wenn ich dir zu nahe komme tust du alles um mich zu vernichten. Doch auf der anderen Seite suchst du so sehr die Nähe.
Du schlingst deine Beine um mich und sagst mir dass du mich liebst. Dann lese ich deine Zeilen “niemals wirst du meine Hand loslassen”.
Wieder ein Stück “Berliner Mauer” eingebrochen sagst du und du weinst. Sanft nehme ich dich in den Arm und küsse deine Tränen.
Ich spüre deinen Schmerz aber kann dir nicht helfen.
Du legst dich in die Babystellung und ich gebe dir deinen Teddy. Meine Tränen siehst du nicht. Sanft decke ich dich zu und bevor ich dir sagen kann wie sehr ich dich liebe bist du eingeschlafen. Wie ein Engel liegst du da. Die Stunden vergehen und wieder und wieder lege ich deinen Arm herunter damit du keine Schmerzen hast. Jedes Mal schnaufst du wie ein Walross, aber es ist schön. Ich kann nicht schlafen, liege neben dir und habe Angst. Angst vor dem Morgen, wirst du noch bei mir sein? Fragen quälen mich und ich bekomme keine Antwort.
Wieder der Blick zu dir und sanft streiche ich dir die Haare, die ich so liebe, aus deinem Gesicht.
Ich küsse dich zärtlich auf die Stirn und sage “ich liebe dich Kätzchen” ich weiss dass du es nicht hörst. Doch du bist da, einfach neben mir. Immer will ich so sein.
Der Morgen bricht an und ich freue mich auf den Kuss den du mir gibst. Du öffnest deine Augen, so sanft sind sie, so zärtlich. Sanft streichele ich deinen Bauch, deine Brust, küsse dich zärtlich. Dein Körper bewegt sich, fängt mich ein, das Becken bewegt sich. Langsam kommt dein Kopf zu mir und sagt “lass uns immer so bleiben”
Doch ich wache auf und stelle fest dass du dies einem anderen sagst. Tränen laufen über das Gesicht und wenn ich sie wegwische spüre wie allein ich bin. Kein Kätzchen, keine Augen, kein Nichts.
Mars, 2002
Im Labyrinth der Liebe
Abschnitt betitelt „Im Labyrinth der Liebe“Die letzten Sonnenstrahlen verlassen den Raum. Aus den Fensterecken fallen blaue Schatten in meine kleine Welt. Und ich bin wieder allein in der Dunkelheit meiner Einsamkeit. Allein, so allein, in der Stille der Nacht.
Die Gedanken des Tages sind mit ihm gestorben. Alles ist unwichtig. Ich überlebe. Ich habe überlebt. Das ist alles was ich tue. Überleben. Seit jenem Tag als wir uns verloren zähle ich die Zeit. Jeder Augenblick ohne sie dauert wie die Ewigkeit.
Und noch während meine Sehnsucht das Zimmer auf die Reise zu ihr verlässt, Verliert sich mein Sein im Schlaf und ich habe wieder diesen Traum.
Sie steht allein im weissen Sand eines fernen Strandes. Das Meer um sie herum ist aufbrausend und wild. Eine stumme Traurigkeit blickt aus ihren wunderschönen Augen. Blickt über das weite Meer bis an den Horizont meiner Seele. Ich möchte sie berühren, doch meine Hände sind nicht hier. Ich möchte ihr sagen wie sehr ich sie liebe, doch mein Mund ist nicht hier. Nur meine stummen Augen schauen sie aus einer fremden Welt an. Unsichtbar und unbemerkt von ihr.
Etwas zieht mich von ihr weg. Der Himmel verdunkelt sich. Ich stehe auf einem Plateau, umgeben von einem unübersehbaren Labyrinth. Bevölkert von grässlichen Wesen deren furchteinflössendes Grollen die Dunkelheit zerreisst.
Liebe ist stärker als Angst. Ich steige hinab ins Labyrinth. Verfolgt von den Dämonen aus den dunkelsten Abgründen meiner Seele suche ich den Weg nach Draussen, den Weg ins warme Licht ihrer Liebe. Doch immer neue Mauern erwachsen aus meiner Angst vor mir empor. Eingekreist von den glutäugigen Dämonen meiner Hoffnungslosigkeit erliege ich der Übermacht und sterbe.
Ich erwache in der Welt der ich entschlafen bin. Erwache gefangen in einem noch grösseren Labyrinth.
Im Labyrinth der Liebe.
Mars, September 2002
Als ich dich verlor
Abschnitt betitelt „Als ich dich verlor““Als ich dich verlor, haben wir beide verloren. Ich, weil du warst, was ich am meisten liebte und Du, weil ich es war, die/der Dich am meisten liebte. Doch von uns beiden verlierst Du mehr als ich, weil ich andere lieben kann, wie ich Dich liebte. Aber Dich wird niemand so lieben wie ich.”
Autor unbekannt
Ich tu dir nicht gut
Abschnitt betitelt „Ich tu dir nicht gut“Geh wenn ich dich rufe Und komme, wenn ich dich wegschicke Denn wenn ich dich zum gehen auffordere Dann liebe und brauche ich dich am meisten
Sei stark, wenn ich schwach bin Und tapfer wenn ich stark bin Aber tritt mich nicht, wenn ich verletzt bin
Sei böse, wenn ich dich verletze Aber schreie mich nicht an Bedenke wenn ich dich verletze brauche ich dich Gerade dann
Ich möchte dir nicht wehtun Und doch mache ich es, weil ich dich liebe Je mehr ich dich liebe, desto grösser wird der Panzer um meine Seele
Denn meine Seele verträgt keinen Schmerz mehr Darum greife ich dich an Weil ich dich Liebe
Borderliner unbekannt, Hamburg, 30.09.2001
Weil ich Dich so liebe und Du mir doch bitte endlich glaubst
Abschnitt betitelt „Weil ich Dich so liebe und Du mir doch bitte endlich glaubst“Wie soll ich meine Seele halten, dass sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie hinheben über dich zu andern Dingen? Ach gerne möchte ich sie bei irgendwas Verlorenem im Dunkel unterbringen an einer fremden stillen Stelle, die nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen. Doch alles, was uns anrührt, dich und mich, nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich, der aus zwei Saiten eine Stimme zieht. Auf welches Instrument sind wir gespannt? Und welcher Spieler hat uns in der Hand?
Autor unbekannt
Für eine wundervolle Frau
Abschnitt betitelt „Für eine wundervolle Frau“Ich liebe Dich, du Seele, die da irrt im Tal des Lebens nach dem rechten Glücke, ich liebe Dich, die manch ein Wahn verwirrt, der manch ein Traum zerbrach in Staub und Stücke.
Ich liebe Deine armen, zarten, wunden Schwingen, die ungestossen in mir möchten wohnen; ich möchte Dich mit Güte ganz durchdringen, ich möchte Dich in allen Tiefen schonen.
So soll dies unsere Brücke in das Land der Liebe, und der Beginn unseres neuen Lebens sein.
Mars, März 2002