Depression
Depression ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen. Mittlerweile als Volkskrankheit anerkannt, zählt die WHO sie neben Herz-Kreislauf-Störungen zu den häufigsten Krankheiten weltweit.
Epidemiologie
Abschnitt betitelt „Epidemiologie“- Frauen leiden doppelt so häufig an Depression wie Männer
- Ein Viertel aller Erkrankten wird nach Besserung innerhalb eines Jahres wieder depressiv
- In einem Zeitraum von 10 Jahren sogar drei Viertel
- Jede 5. Depression wird chronisch
- Jeder siebte unter Depression Leidende begeht Selbstmord
Kernmerkmale
Abschnitt betitelt „Kernmerkmale“In leichten, mittelstarken oder schweren depressiven Episoden leidet die betreffende Person gewöhnlich unter:
- Gedrückte Stimmung - ändert sich von Tag zu Tag wenig
- Interessenverlust und Freudlosigkeit
- Verminderung des Antriebs - führt zu erhöhter Ermüdbarkeit
- Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
- Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
- Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit
- Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
- Suizidgedanken oder Selbstverletzung
- Schlafstörungen
- Verminderter Appetit
Das somatische Syndrom
Abschnitt betitelt „Das somatische Syndrom“Typische Merkmale des somatischen Syndroms sind:
- Interessenverlust oder Verlust der Freude an normalerweise angenehmen Aktivitäten
- Mangelnde Fähigkeit, auf eine freundliche Umgebung oder freudige Ereignisse emotional zu reagieren
- Frühmorgendliches Erwachen (zwei oder mehr Stunden vor der gewohnten Zeit)
- Morgentief
- Psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit
- Deutlicher Appetitverlust
- Gewichtsverlust (häufig mehr als 5% des Körpergewichts im vergangenen Monat)
- Deutlicher Libidoverlust
Formen der Depression
Abschnitt betitelt „Formen der Depression“Es gibt nicht DIE DEPRESSION - verschiedene Formen werden unterschieden:
Reaktive Depression
Abschnitt betitelt „Reaktive Depression“Tritt als Folge von Krisen oder belastenden Ereignissen auf. Jeder Mensch erfährt Krisen unterschiedlich stark.
Rezidivierende Depression
Abschnitt betitelt „Rezidivierende Depression“Depressive Episoden, die kommen und gehen - nicht bipolar bzw. manisch-depressiv.
Bipolare Störung
Abschnitt betitelt „Bipolare Störung“Manisch-depressiv: Unnatürliche Erregtheit/Glücksgefühl im Wechsel mit depressiver Lähmung, phasenweise auftretend.
Dysthymie
Abschnitt betitelt „Dysthymie“Beginnt oft schon in der Jugend oder frühem Erwachsenenalter und ist eine chronisch anhaltende Verstimmung.
Unterschied zwischen Depression und Trauer
Abschnitt betitelt „Unterschied zwischen Depression und Trauer“| Depression | Trauer | |
|---|---|---|
| Zeitlich begrenzt | Nein | Ja (4 Phasen) |
| Selbstentwertung | Ja | Nein |
| Schuldzuweisung an sich selbst | Ja | Nur in Phase 2 |
| Suizidgedanken | Ja | Nein |
| Ohnmacht/Wut/Zorn | Nein | Ja |
| Schlafstörungen | Ja | Anfangs möglich |
| Kraftlosigkeit | Ja | Ja |
| Kontakt zu Mitmenschen | Nein | Ja |
| Hilft Trösten? | Nein | Ja |
| Annahme von Hilfe | Nein | Ja |
Therapieformen
Abschnitt betitelt „Therapieformen“Kognitive Verhaltenstherapie
Abschnitt betitelt „Kognitive Verhaltenstherapie“Im Vordergrund steht, dass die Gedanken und die Zukunft in ein einziges Grau getaucht sind. Hier werden neue Einstellungen und Verhaltensweisen gelernt.
Interpersonelle Therapie
Abschnitt betitelt „Interpersonelle Therapie“Konzentriert sich auf das zentrale gegenwärtige zwischenmenschliche Problem, welches mit der Depression zusammenhängt.
Tiefenpsychologische/Psychoanalytische Therapie
Abschnitt betitelt „Tiefenpsychologische/Psychoanalytische Therapie“Wird häufig bei der Dysthymie angewendet. Hier stehen nicht be-/verarbeitete Gefühle aus der Kindheit und Konflikte aus vergangenen Beziehungen im Vordergrund.
Depression und Borderline-Störung
Abschnitt betitelt „Depression und Borderline-Störung“Gleichzeitig ist der Selbstwertkonflikt vorhanden: “Überhöhte Ansprüche an sich selbst und gleichzeitig die vollkommene Selbstentwertung.” Dies trifft haargenau auf die Borderline-Störung zu und ist unter anderem auch deren Grundkonflikt.
Die Ablehnung und die Abwertung, die das Kind von seinen Eltern - insbesondere der Mutter - erfährt, führt zwangsläufig zu der Frage: “Was ist mit mir los, dass ich nicht geliebt werde?” Diese Frage verinnerlicht sich so stark, dass sie die Selbstzweifel des später Erwachsenen begründet.
Behandlung mit Antidepressiva
Abschnitt betitelt „Behandlung mit Antidepressiva“- Antidepressiva wirken nach etwa 2 Wochen
- Sie machen nicht abhängig (im Gegensatz zu Barbituraten oder Benzodiazepinen)
- Nebenwirkungen in den ersten 2 Wochen: Mundtrockenheit, möglicherweise Tremor, Schlaflosigkeit, Schwitzen, Libidoverlust
- Diese Nebenwirkungen verschwinden meist nach 2 Wochen
Was Angehörige NIE tun sollten
Abschnitt betitelt „Was Angehörige NIE tun sollten“Selbsthilfe-Tipps
Abschnitt betitelt „Selbsthilfe-Tipps“- Suchen Sie professionelle Hilfe (Kriseninterventionen gibt es in jeder grösseren Stadt)
- Scheuen Sie sich nicht vor Antidepressiva
- Nehmen Sie eine Therapie in Anspruch
- Versuchen Sie kleine Schritte: Spazieren gehen oder Freunde besuchen, die um Ihren Zustand wissen
- Vermeiden Sie alles, was Sie an den Auslöser erinnern könnte
- Machen Sie sich einen Tagesablauf mit kleinen, erreichbaren Schritten
- Erinnern Sie sich an Ihre Kindheit - an Dinge, die Ihnen Spass machten
- Hören Sie keine Musik, die Sie emotional herunterzieht
- Igeln Sie sich nicht ein
- Setzen Sie sich nicht unter Druck - Heilung braucht Zeit