Angst und Angststörungen
Was ist Angst?
Abschnitt betitelt „Was ist Angst?“Sie können Angst nur besiegen, indem Sie sich ihr stellen. Angst ist ein Zustand, in dem Sie glauben, er könne Sie umbringen. Wenn Sie sich nicht der Angst stellen, breitet sie sich räumlich und zeitlich proportional aus.
Zunächst ist Angst ein natürlicher Schutzmechanismus jedes Lebewesens. Ohne Angst könnten wir nicht überleben. Dennoch ist sie beim Menschen ein Zustand, der aus einem Gemisch von Gefühlen resultiert, die nicht mehr einzuordnen sind.
Angst bedeutet:
Abschnitt betitelt „Angst bedeutet:“- Das Wissen um die Unwissenheit und deren Folgen
- Ein Nicht-berechnen-Können der Situation (da der Mensch linear denkt)
- Psychische Orientierungslosigkeit
Symptome von Angstzuständen
Abschnitt betitelt „Symptome von Angstzuständen“Die Symptome können vielseitig sein und treten nicht bei jedem auf:
Körperliche Symptome
Abschnitt betitelt „Körperliche Symptome“- Herzrasen
- Herzstolpern
- Augenliderflattern beim Hinlegen
- Schwindelgefühle
- Frieren
- Zittern
- Schweissausbrüche
- Das Gefühl, den Boden unter den Füssen zu verlieren
- Atemnot
- Würgegefühle
- Erbrechen
- Magen-Darm-Beschwerden
Weitere körperliche Symptome
Abschnitt betitelt „Weitere körperliche Symptome“- Periodenverschiebung
- Unterleibsschmerzen
- Brustschmerzen
- Herzschmerzen
- Albträume, Schlafstörungen
- Hautirritationen (Ameisenlaufen, Hautbrennen, Juckreiz)
- Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten
Angst und Borderline
Abschnitt betitelt „Angst und Borderline“Das typische Muster
Abschnitt betitelt „Das typische Muster“Eine Borderline-Persönlichkeit kennt in der Regel nur eine Möglichkeit der Angstbewältigung: Weglaufen.
Wird der Borderliner allerdings in einem Zustand der Aggression angegriffen, handelt er nicht mit der natürlichen Schutzfunktion Angst. Stattdessen setzt er alles daran, den “Gegner” zu vernichten. Die Angst wächst dabei massiv in ihm. Um dieser gegenzusteuern, wird er immer brutaler und greift zu Mitteln, die durch nichts mehr zu rechtfertigen sind.
Die freiflottierende Angst
Abschnitt betitelt „Die freiflottierende Angst“Die freiflottierende (nicht objektgerichtete) Angst ist Teil der Borderline-Störung. Borderliner haben keine oder kaum Abwehrmechanismen, was für Partner ihre Reaktionen oft völlig unverständlich macht.
Die soziale Angst
Abschnitt betitelt „Die soziale Angst“Bei vielen Borderlinern spielt auch die soziale Angst eine enorme Rolle. Daher haben sehr viele Borderliner die Zusatzdiagnose (Komorbidität) Angststörung:
- F40.9 - Phobische Störung, nicht näher bezeichnet
- F41.x - Andere Angststörungen
- F45.2 - Hypochondrische Störung
Formen der Angststörungen
Abschnitt betitelt „Formen der Angststörungen“Generalisierte Angststörung (F41.1)
Abschnitt betitelt „Generalisierte Angststörung (F41.1)“- Anhaltende Angst, die nicht auf bestimmte Situationen beschränkt ist
- “Frei flottierende” Angst
- Ständige Befürchtungen und Sorgen
- Körperliche Anspannung
Panikstörung (F41.0)
Abschnitt betitelt „Panikstörung (F41.0)“- Wiederkehrende schwere Angstattacken (Panikattacken)
- Nicht auf spezifische Situationen beschränkt
- Plötzlicher Beginn
- Herzrasen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle, Schwindel
- Angst zu sterben, verrückt zu werden oder die Kontrolle zu verlieren
Phobische Störungen (F40)
Abschnitt betitelt „Phobische Störungen (F40)“Agoraphobie (F40.0)
Abschnitt betitelt „Agoraphobie (F40.0)“- Angst vor öffentlichen Plätzen
- Angst vor Menschenmengen
- Angst, allein zu reisen
- Angst, das Haus zu verlassen
Soziale Phobie (F40.1)
Abschnitt betitelt „Soziale Phobie (F40.1)“- Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere
- Vermeidung sozialer Situationen
- Angst vor Kritik oder Ablehnung
- Häufig verbunden mit niedrigem Selbstwertgefühl
Spezifische Phobien (F40.2)
Abschnitt betitelt „Spezifische Phobien (F40.2)“- Angst beschränkt auf bestimmte Situationen oder Objekte
- Beispiele: Höhenangst, Flugangst, Spinnenangst, Blutphobie
Hypochondrische Störung (F45.2)
Abschnitt betitelt „Hypochondrische Störung (F45.2)“- Übermässige Beschäftigung mit der Angst, eine ernsthafte Krankheit zu haben
- Missdeutung körperlicher Symptome
- Trotz ärztlicher Beruhigung anhaltende Sorgen
Angst vs. Angststörung
Abschnitt betitelt „Angst vs. Angststörung“| Normale Angst | Angststörung |
|---|---|
| Angemessene Reaktion auf reale Gefahr | Übermässige Reaktion ohne reale Gefahr |
| Zeitlich begrenzt | Anhaltend oder wiederkehrend |
| Beeinträchtigt das Leben nicht wesentlich | Führt zu erheblichen Einschränkungen |
| Kann kontrolliert werden | Gefühl des Kontrollverlusts |
| Hilft beim Überleben | Beeinträchtigt die Lebensqualität |
Teufelskreis der Angst
Abschnitt betitelt „Teufelskreis der Angst“- Auslösende Situation - externe oder interne Reize
- Körperliche Symptome - Herzrasen, Schwitzen, Zittern
- Wahrnehmung - “Mit mir stimmt etwas nicht”
- Katastrophisierende Gedanken - “Ich sterbe, werde verrückt”
- Verstärkung der Angst - Panik steigt
- Vermeidungsverhalten - Situation wird künftig gemieden
- Kurzfristige Erleichterung - aber langfristige Verschlimmerung
Behandlungsmöglichkeiten
Abschnitt betitelt „Behandlungsmöglichkeiten“Psychotherapie
Abschnitt betitelt „Psychotherapie“- Kognitive Verhaltenstherapie - Identifikation und Veränderung angstauslösender Gedanken
- Expositionstherapie - schrittweise Konfrontation mit angstauslösenden Situationen
- Entspannungsverfahren - Progressive Muskelentspannung, Atemübungen
Medikamentöse Behandlung
Abschnitt betitelt „Medikamentöse Behandlung“- Antidepressiva (SSRI, SNRI)
- Bei Bedarf kurzfristig Benzodiazepine (mit Vorsicht wegen Abhängigkeitspotential)
Selbsthilfe
Abschnitt betitelt „Selbsthilfe“- Regelmässige Bewegung
- Vermeidung von Koffein und Alkohol
- Ausreichend Schlaf
- Entspannungstechniken erlernen
- Selbsthilfegruppen