ADHS bei Kindern
Typische Merkmale betroffener Kinder
Abschnitt betitelt „Typische Merkmale betroffener Kinder“- Geringes Selbstwertgefühl
- Aufbrausend
- Ängstlich, in Raufereien verwickelt
- Traurig, depressiv
- Wutanfälle
- Ängstlich gegenüber Dingen
- Herrisch
- Schuld- und Reuegefühle
- Andere Kinder gehänselt
- An nichts Spass gehabt
- Ungehorsam, rebellisch
- Leicht zu irritieren
- Verlust der Selbstkontrolle
- Immer anderen gefolgt
- Tendenz, unvernünftig zu sein
- Unaufmerksam
- Schwierigkeiten mit Autoritäten
- Schüchtern, ärgerlich
- Ruhelos
- Schwierigkeiten, den Standpunkt anderer zu sehen
- Schulschwierigkeiten/Lernprobleme
- Störungen der sozialen Adaptation
Was NICHT ursächlich ist
Abschnitt betitelt „Was NICHT ursächlich ist“Erziehungsempfehlungen
Abschnitt betitelt „Erziehungsempfehlungen“Allgemein gültige Erziehungsregeln sollten bei betroffenen Kindern besonders beachtet werden. Der Umgang der Eltern, Erzieher/Lehrer oder anderer wichtiger Bezugspersonen sollte geprägt sein durch:
- Positive Zuwendung bei angemessenem Verhalten
- Angemessene Aufforderungen und Grenzsetzungen in eindeutiger Weise
- Angemessene negative Konsequenzen bei auffälligem Verhalten
Diagnostische Hinweise nach Altersstufen
Abschnitt betitelt „Diagnostische Hinweise nach Altersstufen“Schwangerschaft
Abschnitt betitelt „Schwangerschaft“- Risikofaktoren, Stress
- Ungewöhnlich starke Kindsbewegungen
Säuglingsalter
Abschnitt betitelt „Säuglingsalter“- Verstärkte Unruhe, erhöhte Reizbarkeit
- Schreibabys
- Massive Schlafstörungen
- Fütterstörungen
Kleinkindalter
Abschnitt betitelt „Kleinkindalter“- Motorische Unruhe ab Laufalter
- “Seitdem er läuft, läuft er weg”
Kindergartenalter
Abschnitt betitelt „Kindergartenalter“- Spielstörungen: Impulsivität, mangelnde Ausdauer
- Häufiger Wechsel von Aktivitäten
- Massive Probleme bei Regelspielen und Gruppenaktivitäten
- Aggressives Verhalten
Vorschulalter
Abschnitt betitelt „Vorschulalter“- Mangelnde soziale Kompetenzen
- Vollbild der ADHS
Elternbeurteilungsbogen (6-10 Jahre)
Abschnitt betitelt „Elternbeurteilungsbogen (6-10 Jahre)“In Anlehnung an Parents’ Rating Scale (Wender PH, 1995, “Attention-deficit hyperactivity disorder in adults”, Oxford University Press)
Anleitung: Beurteilen Sie, inwieweit Ihre Tochter/Ihr Sohn zwischen dem Alter von 6 und 10 Jahren folgende Verhaltensweisen aufwies.
Bewertung:
- 0 = gar nicht
- 1 = etwas
- 2 = deutlich
- 3 = sehr viel
ADHS wahrscheinlich bei Gesamt-Score ab 12
Beurteilungspunkte
Abschnitt betitelt „Beurteilungspunkte“- Unruhig - überaktiv
- Erregbar, impulsiv
- Störte andere Kinder
- Brachte angefangene Dinge nicht zu Ende
- Ständig zappelig
- Unaufmerksam, leicht ablenkbar
- Erwartungen mussten sofort erfüllt werden, leicht frustriert
- Weinte oft und leicht
- Schnelle und starke Stimmungswechsel
- Wutausbrüche, explosives, unvorhersehbares Verhalten
Weiterführende Informationen
Abschnitt betitelt „Weiterführende Informationen“Bei Verdacht auf ADHS sollte immer eine fachärztliche Abklärung erfolgen. Die Diagnosestellung erfordert:
- Ausführliche Anamnese (auch der Kindheit)
- Befragung von Bezugspersonen
- Standardisierte Fragebögen
- Ausschluss anderer Störungen
- Ggf. neuropsychologische Testung
Mögliche Folgen bei Kindern
Abschnitt betitelt „Mögliche Folgen bei Kindern“Bei Kindern mit ADHS können resultieren:
- Schlechte Schulleistungen und Abschlüsse
- Schlechtere Berufsaussichten
- Kontaktschwierigkeiten
- Vermehrte Unfälle
- Gesetzesübertretungen
- Angststörungen und emotionale Schwierigkeiten
- Vermehrte Streitereien mit den Eltern
Ein nicht unerheblicher Anteil von hyperkinetischen Kindern hat auch im Erwachsenenalter erhebliche psychische Probleme, darunter Suchterkrankungen, Depressionen und Persönlichkeitsstörungen.
ADHS und Hochbegabung
Abschnitt betitelt „ADHS und Hochbegabung“Intelligente und speziell hochbegabte Kinder mit ADHS sind nach einer Auffassung oft schwerer betroffen als normal begabte ADHS-Kinder.
- Dank ihrer Intelligenz können sie sich über einen längeren Zeitraum anpassen
- Wenn sie dann doch scheitern, fallen die Auswirkungen umso stärker aus
- Lebenskrisen und Depressionen können die Folge sein
Risikofaktoren in der Kindheit
Abschnitt betitelt „Risikofaktoren in der Kindheit“Nach: U.T. Egle, S.O. Hoffmann, M. Steffens - “Psychosoziale Risiko- und Schutzfaktoren in Kindheit und Jugend”
Die folgenden Faktoren erhöhen das Risiko für psychische Störungen:
- Niedriger sozioökonomischer Status
- Mütterliche Berufstätigkeit im ersten Lebensjahr
- Schlechte Schulbildung der Eltern
- Grosse Familien und sehr wenig Wohnraum
- Kontakte mit Einrichtungen der “sozialen Kontrolle”
- Kriminalität oder Dissozialität eines Elternteils
- Chronische Disharmonie in der Familie
- Unsicheres Bindungsverhalten nach dem 12./18. Lebensmonat
- Psychische Störungen der Mutter oder des Vaters
- Schwere körperliche Erkrankungen der Eltern
- Alleinerziehende Mutter
- Autoritäres väterliches Verhalten
- Verlust der Mutter
- Häufig wechselnde frühe Beziehungen
- Sexueller und/oder aggressiver Missbrauch
- Schlechte Kontakte zu Gleichaltrigen
- Altersabstand zum nächsten Geschwister unter 18 Monaten
Schutzfaktoren in der Kindheit
Abschnitt betitelt „Schutzfaktoren in der Kindheit“Folgende Faktoren können schützend wirken:
- Dauerhafte, gute Beziehung zu mindestens einer primären Bezugsperson
- Grossfamilie mit kompensatorischen Elternbeziehungen
- Entlastung der Mutter
- Gutes Ersatzmilieu nach frühem Mutterverlust
- Überdurchschnittliche Intelligenz
- Robustes, aktives und kontaktfreudiges Temperament
- Sicheres Bindungsverhalten
- Soziale Förderung (z.B. Jugendgruppen, Schule, Kirche)
- Verlässlich unterstützende Bezugspersonen im Erwachsenenalter
- Späteres Eingehen schwer auflösbarer Bindungen
- Geringere Risikogesamtbelastung