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ADHS bei Erwachsenen

Erwachsene mit ADHS, die sich noch in Ausbildung befinden, haben erhebliche Probleme:

  • Als Studenten tendieren sie dazu, nach kurzer Zeit intensiven Lernens aufzustehen und herumzulaufen
  • Das Anhören längerer Vorträge ist quälend
  • Nicht am Anfang vermittelte Inhalte werden oft nur unvollständig erfasst
  • Lesefaulheit trotz überdurchschnittlicher Intelligenz und Bildung
  • Selbst das Lesen der Tageszeitung erfolgt nur als “Überfliegen der Überschriften”
  • Vorgeschichte: Typische Merkmale bereits im Grundschulalter (Zeugnisse ansehen, Eltern befragen)
  • Desorganisation: Unfähigkeit, Dinge zu Ende zu führen
  • Motorische Hyperaktivität: Unruhe, unruhiger Schlaf
  • Aufmerksamkeits-Defizite: Unfähigkeit, sich auf Geschriebenes zu konzentrieren, Tagträumen
  • Heisses Temperament: Ausraster, Kontrollverlust
  • Antisoziales Verhalten: Probleme mit Polizei und Gerichten
  • Verkehr: Vermehrt Autounfälle und Strafzettel
  • Beziehungen: Eheprobleme, geringerer beruflicher Erfolg als erwartet
  • Vergesslichkeit: Häufiges Verlieren und Verlegen von Sachen, Vergessen von Verabredungen
  • Aktivität: Immer aktiv und unruhig, schlechte Laune wenn inaktiv
  • Impulsivität: Spricht ohne nachzudenken, Mangel an Selbstkontrolle
  • Stress-Intoleranz: Sich überwältigt fühlen
  • Autorität: Oppositionelles Verhalten gegenüber Autoritätspersonen
MerkmalADHSAndere Störungen
StimmungsschwankungenWechsel von Tag zu TagBei bipolaren Störungen: Wochen/Monate
Depressive ZügeMeist leichterer NaturBei Depression: anhaltend schwer
ImpulsivitätKurzdauernd, gedankenlosBei Borderline: getriebener
WutKurzdauernd, episodischBei Borderline: häufig anhaltend
BeziehungenWeniger intensiv-konfliktreichBei Borderline: typisch kurz und konfliktreich
SuizidalitätSeltenerBei Borderline: häufiger
SelbstverletzungSeltenBei Borderline: typisch
IdentitätsstörungenSeltenBei Borderline: häufig
VerlassenheitsgefühleSeltenBei Borderline: typisch
  • Schwer lesbare, unter Zeitdruck zunehmend undeutlicher werdende Schrift (Dysgraphie)
  • Kann durch rasches Diktat geprüft werden
  • Werden oft ohne differenzierte Überlegungen gefällt
  • Überdurchschnittlich häufig Kündigung der Arbeitsstelle
  • Häufiger Partnerwechsel
  • Unordnung und chaotische Organisation im beruflichen wie privaten Bereich
  • Aus dem unaufgeräumten Kinderzimmer wird die chaotische Wohnung
  • Schreibtisch mit mehreren Lagen aufeinander getürmter Papiere
  • Begonnene Arbeiten werden nicht zu Ende gebracht
  • Fühlen sich unwohl bei längerem Stillsitzen
  • Probleme, sich zu entspannen
  • Extreme Qual bei erzwungener Bettlägerigkeit
  • Langstreckenflüge sehr unangenehm
  • Ständig schnellen Schrittes unterwegs
  • Typisch: Wippen mit dem Fuss, Fingertrommeln

  • Schlechte Konzentration
  • Häufiges Verlieren von Sachen (Autoschlüssel, Werkzeug)
  • Schlechte akademische Leistungen und Abschlüsse
  • Oft Schulabbrecher
  • Schlechte Karrierechancen
  • Ehe-Instabilität
  • Niedriger Verdienst
  • Nicht häufiger arbeitslos, aber schlechterer Job
  • Ruhelosigkeit, Schwierigkeiten mit Schreibtischjobs
  • Schwierigkeiten zuzuhören und Anweisungen zu verstehen
  • Oppositionelles Verhalten gegenüber Autoritätspersonen
  • Verlust von Jobs wegen schlechter Leistungen
  • Aufmerksamkeits- und Organisationsprobleme
  • Einige kündigen wegen Langeweile
  • Angst und Stimmungsschwankungen
  • Depression
  • Erhöhtes Suchtrisiko
  • Hohe Rate von Substanzmissbrauch (besonders Alkohol und Kokain)
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Antisoziales Verhalten und Probleme mit Polizei und Gerichten
  • Vermehrt Autounfälle und Strafzettel wegen Verkehrsvergehen

Die WURS gibt bei Erwachsenen lediglich einen Hinweis auf das Vorliegen der Störung. Die Differentialdiagnose muss immer bedacht werden.

  1. Ausführliche psychiatrische Anamnese
  2. Fremdanamnese (Eltern, Partner)
  3. Schulzeugnisse und Dokumente aus der Kindheit
  4. Standardisierte Fragebögen
  5. Neuropsychologische Tests
  6. Ausschluss anderer Störungen